Frequently asked questions

Arthrose des Fußes

Frage:
Da ich seit einem Jahr erhebliche Schmerzen an beiden Füßen habe, speziell am Rist, möchte ich Sie nun um einen Rat bitten. Ich fühle mich mit meinen 62 Jahren noch recht frisch, da ich aber als Selbständiger in meinem Beruf bis zu vierzehn Stunden am Tag meine Beine belasten muss, verstärken sich die Schmerzen in letzter Zeit sehr. Der Orthopäde diagnostizierte Arthrose und verschrieb mir Voltaren resinat 1 x täglich. Ich möchte mich aber nicht daran gewöhnen. Was raten Sie mir?

Antwort:
In der Regel gilt es zunächst einmal, den arthrotisch veränderten Fuß durch eine Maßeinlage, eventuell auch durch eine orthopädietechnische Zurichtung des Schuhs, im Längs- und Quergewölbe ausreichend zu stützen um der täglichen Überlastung des Fußes entgegenzuwirken. Ergänzend sollte für eine gute Durchblutung der Füße gesorgt werden, z.B. Einreibung mit Franzbranntwein, Trockenbürsten, Massagen, Wechselduschen, etc. Auch die Kräftigung der Fußmuskulatur durch banale gymnastische Übungen wie Zehenspreizen, Greifen mit den Zehen, Zehengang, Fersengang hat sich bewährt. Statt Tabletten können Sie sog. Rheuma-Fußbäder versuchen, welche Sie frei verkäuflich in der Apotheke erhalten.

Nach oben

Bandscheibenvorfall durch schwere Arbeit?

Frage:
Was ist ein monosegmentaler Bandscheibenschaden, kann er durch körperliche Schwerarbeit verursacht werden, durch einen Unfall oder einen starken Schlag in den Rücken?

Antwort:
Monosegmental bedeutet, dass sich das krankhafte Geschehen nur an einer einzelnen Bandscheibe abspielt. Der Begriff Bandscheibenschaden lässt offen, ob es sich um einen chronischen Verschleiß, eine Vorwölbung, einen Vorfall etc. handelt, so dass ich Ihre Frage, wodurch ein solcher Schaden verursacht sein könnte, nicht mit Sicherheit beantworten kann. Die häufigste Ursache von Bandscheibenschäden liegt in einer naturgegebenen Abnutzung, welche mit dem zunehmenden Flüssigkeitsverlust der Bandscheibe nach Abschluss des Wachstums beginnt. Körperliche Schwerarbeit wird normalerweise durch eine kräftige Rückenmuskulatur kompensiert. Unfälle und andere Traumen stellen nur vergleichsweise selten die Ursache eines Bandscheibenschadens dar.

Nach oben

Bandscheibenvorfall - OP

Frage:
Muss ein Bandscheibenvorfall immer operiert werden?

Antwort:
Wenn eine Blasen oder Darmlähmung besteht muss in der Regel sofort operiert werden. Bei leichten Muskelschwächen in Armen und Beinen wird in der Regel auch eher frühzeitig operiert. Diskrete und wechselhafte Muskelschwächen ebenso wie Missempfindungen können häufig ohne Operation behandelt werden. Wenn nur Schmerzen bestehen ohne Ausfallerscheinungen, sollte eine Operation nach Möglichkeit vermieden werden. Das Spektrum der nicht-operativen Behandlungen ist gewaltig. Hier spielt die Erfahrung des behandelnden Arztes eine große Rolle. Unter anderen in Frage kommen: Entlastende Lagerung. Wärme- und Kälteanwendungen Manuelle Therapie und Krankengymnastik. Osteopathie. Schmerzlindernde und abschwellende Medikamente. Muskelentspannende Tabletten. Injektionen an die Wirbelsäule. Kathetertechniken zur Einbringung von Medikamenten in den Rückenmarkskanal oder zur Verkleinerung des Bandscheibenvorfalls über dünne Sonden. Akupunktur ist aus unserer Sicht häufig der absolute Hit.

Nach oben

Bauchmuskel-Gerät

Frage:
Ich habe mir, vom Fernsehen empfohlen, ein Muskelgerät gekauft, das man auf die Bauchdecke drückt, und dann wird die Bauchmuskulatur dadurch gestärkt. Der Nachteil: Nach zwei, drei Behandlungstagen, jeweils sechs bis acht Minuten, habe ich stundenlang heftige Bauchschmerzen. Ist das Muskelkater? Ist der Schmerz normal? Eine krankheitsbedingte Veränderung, so sagt mein Hausarzt, liege nicht vor.

Antwort:
Sie sind kein Einzelfall. Schon häufig haben mir Patienten nach Anwendung dieses Trimm-Dich-Gerätes über z.T. anhaltende Schmerzen im Bauch oder Rücken berichtet. In der Regel wurde keine Ursache im Bereich der inneren Organe gefunden. Es ist dann wichtig, ein sorgfältiges Muskelprofil zu erstellen, wobei sich durchaus ergeben kann, dass Sie für diese Art des Trainings nicht geeignet sind. In den meisten Fällen lag die Problemlösung jedoch in einer entsprechenden Einweisung in der Anwendung des Gerätes in Verbindung mit ergänzenden gymnastischen Übungen. Falls Sie Ihren Orthopäden um Rat fragen möchten, nehmen Sie die Maschine ruhig mit.

Nach oben

Boxen-Risiken

Frage:
Meine Tochter möchte Boxerin werden (19 Jahre, gute Fechterin). Soll ich da zustimmen, welche Risiken sehen Sie?

Antwort:
Wenn der Boxsport allein im Trainingsbereich durchgeführt wird ist, sein gesundheitlicher Stellenwert relativ hoch anzusetzen. Ausdauer, Schnelligkeit, Koordination und Kraft werden trainiert. Durch die Einführung des Kopfschutz-Boxhelms und durch veränderte Boxhandschuhe unter Verwendung neuer Materialien wurde die Häufigkeit der sportartspezifischen Verletzungen im Bereich der Hand- und Fingergelenke sowie die Zahl der Gesichtsverletzungen fast um den Faktor 10 reduziert. Bei wettkampfmäßig durchgeführtem Boxsport muss allerdings mit einer Verletzungshäufigkeit pro Wettkampf von ca. 10% gerechnet werden. Häufigkeit in der Reihenfolge: Hautverletzungen, Hand- und Fingerverletzungen, Ellbogen- und Schulterverletzungen, Gesichtstraumen, Schädel-Hirntraumen.

Chronische Schmerzen

Frage:
Seit 20 Jahren habe ich Schmerzen von der HWS bis zum Steißbein. Fibromyalgie an beiden Händen, beide Hüften sind operiert.

Antwort:
Es liegen offensichtlich Verschleißerscheinungen verschiedener Gelenke vor. Die Hüften wurden ja deswegen bereits operiert. Es ist davon auszugehen, dass sich auch Abnutzung an den kleinen Wirbelgelenken von der Halswirbelsäule bis zur Lendenwirbelsäule findet. Unabhängig davon wurde eine Fibromyalgie bei Ihnen diagnostiziert, was bedeutet, dass Ihr Bindegewebe ebenfalls nicht so gut belastbar ist. Eine vernünftige Therapie besteht in regelmäßiger körperlicher Betätigung bis zur Schmerzgrenze. Entspannungsverfahren wie die progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen oder autogenes Training sind ebenfalls oft hilfreich.

Nach oben

Dornwarzen

Frage: Ich habe starke Gehbeschwerden durch Dornwarzen an der Fußsohle. Seit sieben Jahren lasse ich mir diese Warzen immer wieder entfernen, sie kommen hartnäckig wieder. Wie behandelt ein Orthopäde eine solche Fußerkrankung?

Antwort:
Die Verrucca plantaris, auch Sohlenwarze genannt, tritt bevorzugt an den Druckstellen des Fußes auf. Die Warzen wachsen dornartig in das Fleisch und werden fast immer von einer Schwiele bedeckt. Sie sind äußerst druckschmerzhaft und als Therapie stehen Salicylsäurepflaster, Abtragung mit Skalpell oder scharfem Löffel, Elektrokoagulation und Kryotherapie (Kältebehandlung) zur Verfügung. Aus der Sicht des Orthopäden sollte eine Einlage für den Schuh angepasst werden, die an der betroffenen Stelle eine Vertiefung aufweist, so dass beim Laufen keinerlei Druck auf die Warze ausgeübt wird. Ideal wäre, zunächst die Warze abtragen zu lassen und zur Verhinderung neuer Beschwerden eine solche Einlage zu tragen.

Nach oben

Einlagen

Frage:
Ich habe einige Zeit Einlagen getragen, jetzt wollte ich auf normale Schuhe umsteigen. Leider ist kein Fußbett ausreichend. Muss man solche Einlagen tatsächlich ein Leben lang tragen und zusätzlich zu einem Fußbett im Schuh?

Antwort:
Im Kindesalter haben Einlagen in der Regel den Sinn das Wachstum vernünftig zu lenken, wodurch im Erwachsenenalter häufig auf eine dauerhafte Einlagenversorgung verzichtet werden kann. Bei Erwachsenen sind die verordneten Einlagen in der Regel jedoch dauerhaft zu tragen. In Ihrem Falle ist das konfektionierte sog. Fußbett wie so häufig nicht ausreichend. Ich empfehle orthopädische Einlagen nach Maß in Verbindung mit normalen Konfektionssschuhen ohne besondere Fußbettung oder in Verbindung mit speziellen Einlagenschuhen. Alternativ käme der feste Einbau einer Längs- und Quergewölbestütze durch den orthopädischen Schuhmacher in Frage.

Nach oben

Fersensporn ohne Operation

Frage:
Was führt beim Fersensporn zu den sehr starken Schmerzen? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es, welche werden von der Krankenkasse bezahlt?

Antwort:
Die Ursache des schmerzhaften Fersenspornes liegt meist in einer Fußfehlform wie einem Knick-Senk- oder Hohlfuß, welche zu einer chronischen Überlastung eines Bandansatzes unten an der Ferse führt. Die starken Schmerzen sind durch das an dieser Stelle ablaufende entzündliche Geschehen bedingt. Folgende Behandlungsmöglichkeiten gibt es: Gewichtsabnahme. Weiches, gut dämpfendes Schuhwerk (Sportschuhe, Luftpolsterschuhe). Spezielle Einlagenversorgung nach Abdruck. Längeres Gehen auf Asphalt vermeiden. Durchblutungsfördernde Maßnahmen, z.B. Wechselduschen der Beine. Abschwellende Maßnahmen wie Eisbeutel auf die Ferse. Entzündungshemmende Tabletten oder Zäpfchen. Elektrotherapie oder Ultraschall und krankengymnastische Dehnungsübungen. Örtliche Injektionen mit entzündungshemmenden Medikamenten. Röntgen-Tiefenbestrahlung. (Alles Leistungen der Krankenkassen). Akupunktur. Sehr erfolgreich wird zunehmend häufig die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) angewandt. (Diese Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen). Orthopädischerseits sollte der Zustand Ihrer Wirbelsäule und insbesondere der Ileosacralgelenke überprüft worden sein.

Nach oben

Fersensporn

Frage:
Seit circa acht Wochen leide ich an einem äußerst schmerzhaften Fersensporn. Der Orthopäde hat mich geröngt, ich bekam eine Spritze und Voltaren verschrieben. Ebenso wurde mir ein Rezept für nicht angepasste Fersenspornposter überreicht. Für die Fersenspornpolster zahlte ich € 40.- , genutzt haben sie gar nichts. Mir wurde nun zu einer Operation geraten. Was soll ich tun?

Antwort:
Viele Menschen haben einen Fersensporn, wissen davon aber nichts. Nur wenn sich der Fersensporn entzündet, schmerzt er. Die Entzündung entsteht in der Regel durch eine Überlastung des Fußgewölbes z.B. bei Senkfüßen, Hohlfüßen oder auch bei Übergewicht. Die Fersenpolster dienen der Akutversorgung, weil sie die Stoßbelastung auf den Fersensporn mindern können. In der Regel werden in der Zwischenzeit orthopädische Maßeinlagen zur Stützung der Fußgewölbe und Hohllegung des Fersenspornes angefertigt. Entzündungshemmende Tabletten und auch Spritzen sind manchmal unumgänglich. Das wichtigste ist Geduld. Wenn die Entzündung vorbei ist, leben Sie wieder schmerzfrei mit ihrem Fersensporn. Eine Operation ist nur extrem selten notwendig. Eine Standardmethode besteht in der Teildurchtrennung der sog. Plantarfaszie, einem bindegewebigen Strang, welcher die Fußsohle im Sinne einer Zuggurtung verspannt. Zusätzlich werden die Nerven im Bereich des Sporns verödet, Verkalkungen und die Knochenhaut entfernt.

Nach oben

Fingerarthrose

Frage:
Ich bin Ende fünfzig und habe immer häufiger Schmerzen an einigen Fingern, die sich auch leicht verkrümmen. Was kann dahinter stecken, was kann helfen?

Antwort:
Wenn Sie sich auch nicht an eine Verletzung erinnern, handelt es sich häufig doch um kleine Verstauchungen oder Zerrungen, die zu diesen Störungen führen. Auch eine überlastungsbedingte Sehnenscheidenentzündung ist denkbar. Jenseits der fünfzig muss man auch an eine beginnende Arthrose, d.h. Knorpelabnutzung, in den Gelenken denken. Weiterhin kommen Veränderungen im Rahmen rheumatischer Erkrankungen in Frage. Wenn eine solche Schwellung länger als sechs Wochen anhält, sollten Sie einen Orthopäden aufsuchen. Schonen Sie die Fingergelenke und tippen Sie nicht allzu viel auf Tastaturen und heben Sie keine Lasten. Benuten Sie zum Öffnen von Flaschen, Marmeladengläsern etc. entsprechendes Haushaltswerkzeug. Eine Ruhigstellung durch Schienen hat sich nicht bewährt. Eine leichte Bewegung fördert dagegen durch verbesserten Stoffwechsel die Heilung. Arnikasalben können Erfolge bringen. Bei morgendlichem Steifigkeitsgefühl beginnen Sie den Tag mit einer heißen Dusche oder mit einem warmen Handbad.

Nach oben

Fitnessübungen für 60jährige

Frage:
Welche Übungen kann eine sechzigjährige Frau durchführen, um einigermaßen die Figur zu behalten?

Antwort:
Hauptursache für Knochenschwund ist eine altersbedingte Schonung von Skelett und Muskulatur. Dem Muskelschwund kann man bis ins höchste Alter hinein durch Übungen erfolgreich entgegenwirken,. Solche Übungen sollten mindestens drei mal pro Woche durchgeführt werden. Wichtig ist ein Ausdauertraining zur Stabilisierung der Herz-Kreislauffunktion (zum Beispiel Standfahrrad). Sehr zu empfehlen ist auch Nordic-Walking. Stretching (also Dehnungsübungen) sollte man jeden Tag, ca. zehn Minuten durchführen. Außerdem sind kräftigende Übungen, zum Beispiel so genannte isometrische Übungen, angezeigt. Lassen Sie sich von einem Krankengymnasten ein Programm zusammenstellen.

Nach oben

Flüssigkeit im Kniegelenk

Frage:
An meinem rechten Knie seitlich bildet sich regelmäßig Flüssigkeit mit leicht gelblicher Farbe. Ich muss alle vier Wochen zum Punktieren. Obwohl ich viel radle und regelmäßig Sport treibe, trotz meiner 72 Jahre, kommt die Flüssigkeit immer wieder. Warum?

Antwort:
Vermutlich wird bei Ihnen regelmäßig ein Gelenkerguß punktiert. Normalerweise produziert die Gelenkschleimhaut nur einen dünnen zähflüssigen Schmierfilm, welcher die Knorpelflächen überzieht. Im Rahmen von Entzündungen kommt es zu einer übermäßigen Produktion einer minderwertigen, relativ wässrigen Gelenkflüssigkeit. Diese Flüssigkeit kann zu einer Kapselspannung des Kniegelenkes führen und daher schmerzhaft sein. Die häufigste Ursache dieser Entzündungen liegt in einem Verschleiß des Gelenkknorpels. Andere Ursachen wie z.B. chronische Menikusschäden, rheumatische Erkrankungen, Gicht, etc. sollten jedoch ausgeschlossen worden sein.

Nach oben

Fußwachstum im Alter

Frage:
Warum werden Füße im Alter größer?

Antwort:
Im Laufe des Lebens senkt sich das Fußlängs- und Quergewölbe ab, was zu einer Verlängerung und Verbreiterung des Fußes führt. Ursache ist ein Nachlassen der Spannkraft des Bindegewebes, wodurch die Zuggurtung des Fußgewölbes ebenfalls nachlässt. Durch Tragen von orthopädischen Einlagen und regelmäßige Fußgymnastik kann dem Absinken des Fußgewölbes entgegengewirkt werden.

Nach oben

Ganglion

Frage:
Bei mir wurde eine Ganglionzyste im Bereich der Handwurzelknochen der rechten Hand diagnostiziert. Dieses ist bereits verknöchert, so das es sich nichtpunktieren lässt. Man riet mir zur Operation. Da ich als Krankengymnastin arbeite, ist meine Hand für mich unentbehrlich. Was wissen Sie über diesen Eingriff und was gibt es für eine Alternative?

Antwort:
Das Ganglion ist eine gutartige Zyste. Wenn sie nicht schmerzt und kosmetisch nicht sehr störend ist, würde ich sie einfach in Ruhe lassen. Unter regelmäßigem herzwärts gerichtetem Aussteichen bildet sie sich im Laufe von Monaten häufig doch zurück. Wenn das nicht hilft, OP. Die Operation ist in der Hand des Geübten harmlos, ambulant durchzuführen. Ausfallzeit als KG ca. 2 Wochen.

Nach oben

Geradehalter

Frage:
Was bringt eigentlich ein Geradehalter bei der Schmerzlinderung?

Antwort:
Hierbei handelt es sich um eine Bandage, welche von den Schultern über den Rücken bis zum Becken reicht. Dieses Verfahren führt nach Meinung von Dr. Pfeifer vom Institut für Klinische Osteologie in Bad Pyrmont zu einer Kräftigung der Rumpfmuskulatur, da der Patient beim Tragen über die Schultergurte permanent daran erinnert wird, seinen Oberkörper durch Anspannung der langen Rückenstreck-Muskulatur aufzurichten. Dies entspricht einem isometrischen Muskeltraining und führt auf Dauer auch zu einer verbesserten Körperhaltung mit Abnahme des Rundrückenwinkels und einer Verbesserung der Lungenfunktion, da die Lunge bei aufgerichtetem Oberkörper im Brustkorb wieder mehr Platz zur Atmung findet. Diese Methode kann bei konsequenter Anwendung auch eine Verringerung der Rückenschmerzen bewirken.

Nach oben

Golf

Frage:
Welche Übungen sind ideal, bevor man mit dem Golfspiel jeweils beginnt?

Antwort:
Beim Golfspiel besonders beansprucht werden die Arme einschließlich Schulter, die gesamte Wirbelsäule und die Kniegelenke. Das Training könnte z.B. folgendermaßen aussehen: 1) Aufwärmen des gesamten Körpers, z.B. mehrere 100 Meter strammes Gehen oder lockeres Laufen. 2) Isometrische Anspannungsübungen für die Arm- und Beinmuskulatur. 3) Dehnungsübungen insbesondere für die schulterführende Muskulatur, die Unterarmmuskulatur und die Rumpfmuskulatur. Hier gilt es insbesondere die Rumpfdreher und Rumpfaufrichter zu stretchen. In jedem guten Golflehrbuch finden sich Aufwärmübungen, welche Sie vor dem Golfspiel unbedingt durchführen sollten. Sie können damit Muskelzerrungen, Gelenkdistorsionen und Überlastungsschäden mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit entgegenwirken. Zeitbedarf insgesamt 5-10 Minuten, dann Einschlagen.

Nach oben

Gummi-Igel

Frage:
Welche Erfahrungen haben Sie mit der Gummiballtherapie gemacht? Das sieht aus, als ob man einen kleinen Gummiigel in der Hand hält und dieses „Gummiwesen“ wird ständig kräftig zusammengedrückt.

Antwort:
Zur Behandlung von Muskelschwächen und Koordinationsstörungen benutzt man gerne Bälle verschiedener Größe, da sie einen elastischen Widerstand bieten, Kraft und Koordination fördern können. Der von Ihnen angesprochene Igel kommt in verschiedenen Formen insbesondere dann zum Einsatz, wenn außer dem elastischen Moment auch ein massierender beziehungsweise durchblutungsfördernder Effekt auf die Haut erwünscht ist. Die Gummiballtherapie sollte jedoch immer nur ergänzend im Rahmen eines Therapieplans zum Einsatz kommen. Gelegentliche Druckübungen an diesem Igel stärken die Armmuskulatur und können zum Beispiel im Auto als Beifahrer gut durchgeführt werden.

Nach oben

Hallux valgus

Frage:
Ich habe Hallux valgus und soll operiert werden. Gibt es denn keine konservativen Therapien?

Antwort:
Hierbei handelt es sich um eine Seitenabweichung der Großzehe, was zu erheblichen Druckstellen und Schmerzen führen kann. Vor einer Operation sollte man konservative Therapien einsetzen: Fußgymnastik mit Spreizen der Zehen, Gehen auf Zehenspitzen und Fersen, Aufheben von Gegenständen mit den Zehen. Die Kapsel des Großzehen-Grundgelenks es können sie selber unter Zug in der Längsrichtung etwas dehnen. Auch Einlagen oder "Spreizfußpelotten" (Quergewölbebrücken) sind hilfreich. Es gibt auch Schienen, die nachts angewendet werden. Tagsüber zu tragende Schienen werden in der Regel nicht so gut toleriert, da sie zu viel Platz im Schuh beanspruchen. Erst wenn keine dieser Maßnahmen greift, sollte man einen operativen Eingriff besprechen.

Nach oben

Haltungsschwäche

Frage:
Meine Tochter, zwölf Jahre alt, groß, schlank, hat einen sog. Rundrücken. Die Wirbelsäule ist in Ordnung. Welche Möglichkeiten gibt es, um eine bessere Haltung zu erreichen? Meine Tochter geht wöchentlich Schwimmen, hat jedoch auf regelmäßige Gymnastik "keinen Bock".

Antwort:
Nachdem Sie sagen, dass die Wirbelsäule in Ordnung ist, nehme ich an, dass eine orthopädische Untersuchung stattgefunden hat um eine ernstere z.B. rheumatische Erkrankung auszuschließen. Handelt es sich um die so genannte Haltungsinsuffizienz, also eine relative Muskelschwäche, so wäre eine regelmäßige gezielte Gymnastik am erfolgreichsten. Schwimmen ist eine gute Alternative, zwei- bis dreimal pro Woche sollte es jedoch durchgeführt werden. Insgesamt sollte Ihre Tochter möglichst viel Sport treiben um die gesamte Haltungsmuskulatur zu kräftigen. Unter vielem anderen empfehlenswert wäre unter vielen anderen: Joggen, Reiten, Volleyball oder ein gezieltes Rückentraining im Studio.

Nach oben

Handgelenkschmerzen

Frage:
Ich habe angefangen zu rudern. Den Sommer über ruderte ich regelmäßig, ca. 3 bis 5 mal die Woche, ohne Beschwerden. Seit November, wo ich nur noch am Wochenende rudern kann, habe ich bei der Ausübung des Sports vermehrt Beschwerden in den Handgelenken (auf der Innenseite des Arms). Nach 4 km beginnt allmählich ein Schmerz, der sich bis in den Unterarm erstreckt, so dass es mir schwer fällt, die Ruder ordentlich zu halten. Ich achte vermehrt auf eine lockere unverkrampfte Haltung der Hände und auf die richtige Technik. Dies scheint aber ohne Wirkung zu sein. Ein Besuch beim Orthopäden (mit Röntgen beider Hände) zeigte nichts auf. Die Gelenke oder die Unterarme werden auch nicht dick. Der Orthopäde verschrieb mir für beide Hände Manutrain Handgelenkbandagen, welche ich immer zur Stabilisierung anlege. Sie bringen auch keine nennenswerte Besserung. Seit Februar bin ich in einem Büro tätig, wo ich viel am PC arbeiten muss, der allerdings nicht ergonomisch ausgestattet ist. Meine Vermutung ist nun, dass ich so was wie eine Sehnenscheidenentzündung habe oder auf dem besten Weg dahin bin. Was kann ich also tun? Kann es auch sein, dass sich die Kälte so negativ auswirkt, da meine Handgelenke beim Rudern immer frei liegen und die Jackenärmel hoch rutschen? Auch bei der Arbeit am PC habe ich immer eiskalte Hände und in den Unterarmen ein leichtes Verspannungsgefühl. Muss ich meinen Sport einschränken, obwohl ich durch die Schmerzen sowieso nur noch einmal die Woche zum Rudern gehen kann? Haben Sie eine Idee? Eine Lösung? Ich wäre Ihnen zu großem Dank verbunden.

Antwort:
Ihre Eigendiagnose klingt recht logisch. Bravo. Wichtigste Therapie: Schonung. Ihre Handgelenke werden doppelt belastet. Also Rudern bis zur vollständigen Ausheilung einstellen, sportliche Alternativen ohne Belastung der Handgelenke sofort beginnen, Chef um ergonomische Tastatur und Maus bitten, Quarkumschläge 20 Minuten abends. Dehnungsübungen für die Nackenmuskulatur.

Nach oben

Heilerde

Frage:
Ganzkörperwickel mit Heilerde zum Entschlacken und Abnehmen und Verbesserung meiner Gelenkbeschwerden - was halten Sie davon, wie macht man die Anwendungen richtig, wo sind entsprechende Kuren zu machen?

Antwort:
Entschlacken und insbesondere Abnehmen sind ganz probate Mittel zur Verbesserung von Gelenkbeschwerden. Durch Ganzkörperwickel mit Heilerde alleine ist beides jedoch nicht möglich. Hierzu ist schon auch eine konsequente Diät notwendig. Ergänzend durchgeführte Heilerdewickel können durch eine Verbesserung des Stoffwechsels Gelenkbeschwerden lindern. Informationen gibt z.B. der Bayer. Heilbäderverband e.V. Postfach 10 63, 94066 Bad Füssing.

Nach oben

Hometrainer

Frage:
Da ich chronische Verspannungen im Wirbelsäulenbereich habe sowie Kniegelenksprobleme (Schwierigkeiten beim Aufstehen nach längerem Sitzen), trage ich mich mit der Absicht, ein Hometrainergerät, Standfahrrad anzuschaffen. Was soll ich bei der Anschaffung beachten? Bringt ein solches Gerät auf Dauer gesundheitliche Vorteile.

Antwort:
Ein Standfahrrad-Training bietet durchaus verschiedene gesundheitliche Vorteile. Unabhängig von Witterungseinflüssen ist ein körperliches Training möglich, wobei insbesondere ein Ausdauertraining zur Prophylaxe und Behandlung von Herz- Kreislauferkrankungen sowie das Bewegungs- und Muskelaufbautraining bei Erkrankungen der unteren Extremitäten zu erwähnen sind. Auf dem Hometrainer besteht die Möglichkeit, die Gelenke von Hüft-, Knie- und Fußgelenken ohne die Belastung durch das Körpergewicht zu bewegen, was insbesondere bei übergewichtigen Menschen von großem Nutzen ist. Bei der Anschaffung zu beachten: Stabiler Stand des Gerätes, ausreichende Verstellmöglichkeiten von Lenker und Sattel, so dass eine aufrechte Position mit geradem Rücken möglich ist, elektromagnetische Bremse - keine Gummibandbremse. Die weiteren Ausstattungsdetails wie Computerfunktionen bleiben dem persönlichen Geschmack und Geldbeutel überlassen.

Nach oben

Hüftschmerzen

Frage:
Seit einem halben Jahr habe ich Schmerzen in der linken Hüfte. Bei einer Beckenübersichtsaufnahme zeigten sich zwei circa ein Cent große Zysten im Kopf des Schenkelhalses (Innenseite). Es liegt keine Osteoporose vor, auch kein Hüftgelenksleiden. Die Beschwerden sind auffallend beim Treppensteigen, beim Aufstehen und beim ersten Schritt. Doch auch in Ruhestellung habe ich Schmerzen, auch im Bett, wenn ich die linke Hüfte belaste. Der Orthopäde meinte Gaben von Calcium, Magnesium und Vitamin E sowie eine Viertelstunde straffes Radfahren auf dem Home-Trainer wären ausreichend. Das habe ich jetzt vier Wochen durchgezogen - ohne Erfolg. Ich bin sechzig Jahre alt, kein Übergewicht, sportlich aktiv (Schwimmen, Laufen). Was raten Sie mir.

Antwort:
Nachdem die Ratschläge Ihres Orthopäden zu keinem Erfolg geführt haben, gilt es die Ursache der Zysten weiter zu klären. Am häufigsten handelt es sich in Ihrer Altersgruppe um sog. subchondrale Knochenzysten, welche sich in Folge eines Gelenkknorpelverschleißes bilden. Sie sollten die Erfolglosigkeit der bisherigen Maßnahmen mit Ihrem Orthopäden besprechen. Manchmal kann dann zur weiteren Abklärung ein Magnetresonanztomogramm notwendig sein.

Nach oben

Hüftschmerzen

Frage:
Seit einem halben Jahr habe ich Schmerzen in der linken Hüfte. Bei einer Beckenübersichtsaufnahme zeigten sich zwei circa ein Cent große Zysten im Kopf des Schenkelhalses (Innenseite). Es liegt keine Osteoporose vor, auch kein Hüftgelenksleiden. Die Beschwerden sind auffallend beim Treppensteigen, beim Aufstehen und beim ersten Schritt. Doch auch in Ruhestellung habe ich Schmerzen, auch im Bett, wenn ich die linke Hüfte belaste. Der Orthopäde meinte Gaben von Calcium, Magnesium und Vitamin E sowie eine Viertelstunde straffes Radfahren auf dem Home-Trainer wären ausreichend. Das habe ich jetzt vier Wochen durchgezogen - ohne Erfolg. Ich bin sechzig Jahre alt, kein Übergewicht, sportlich aktiv (Schwimmen, Laufen). Was raten Sie mir.

Antwort:
Nachdem die Ratschläge Ihres Orthopäden zu keinem Erfolg geführt haben, gilt es die Ursache der Zysten weiter zu klären. Am häufigsten handelt es sich in Ihrer Altersgruppe um sog. subchondrale Knochenzysten, welche sich in Folge eines Gelenkknorpelverschleißes bilden. Sie sollten die Erfolglosigkeit der bisherigen Maßnahmen mit Ihrem Orthopäden besprechen. Manchmal kann dann zur weiteren Abklärung ein Magnetresonanztomogramm notwendig sein.

Nach oben

Intensives Stricken

Frage:
In meiner freien Zeit liebe ich es, zu stricken. Nun sagt mir eine Bekannte, ihr Arzt habe gewarnt, das könne den Gelenken Schaden zufügen.

Antwort:
Gegen das Stricken an sich ist nichts einzuwenden. Im Gegenteil, diese fein motorischen Bewegungen schulen die Koordination, und die Finger und Handgelenke brauchen für einen optimalen Stoffwechsel durchaus Bewegung. Aber wie mit fast allen Dingen im Leben können Übertreibungen Schaden anrichten. So werden immer wieder Sehnenscheiden- entzündungen oder Nervenreizungen durch zu intensives Stricken oder eben auch andere Handarbeiten beobachtet. Manche Beschwerden können aber auch auf Verspannungen im Nackenbereich zurückzuführen sein, da sich die Muskulatur ohne entsprechende Gegenmaßnahmen beim Stricken gerne verspannt. Deshalb sollten sie immer wieder Dehnungsübungen durchführen und ganz einfach für eine kurze Zeit aussetzen, damit sich die betroffenen Partien an Arm und Hand beruhigen können.

Nach oben

Kalkschulter

Frage:
Mein Orthopäde hat nach dem Röntgen der linken Schulter eine Verkalkung festgestellt, die er mit Stoßwellentherapie behandeln möchte. Angeblich gäbe es keine Alternative hierzu. Da meine Krankenkasse diese Behandlung nicht übernimmt und die Kosten mein Budget übersteigen würden, wüsste ich gerne, ob es eine alternative Behandlung gibt?

Antwort:
Schulterverkalkungen führen häufig zu immer wiederkehrenden Entzündungen des Schultergelenkes, welche bis zu einer völligen Bewegungsunfähigkeit führen können. Die klassische Therapie besteht darin, zunächst die massive Entzündung durch Tabletten oder Injektionen zu bremsen, um dann durch Bewegungstherapie zu versuchen die Verkalkungen wieder aufzulösen. Dies gelingt jedoch häufig nicht, da die Bewegungstherapie wiederum zu Entzündungen führen kann. Dann bleibt nur eine Entfernung des Kalkdepots entweder operativ, was heute in der Regel arthroskopisch, d.h. in Schlüssellochtechnik durchführbar ist, oder mittels der extrakorporalen Stoßwellentherapie, welche ähnlich wie die Nierensteinzertrümmerung ohne operativen Eingriff funktioniert und allenfalls einer örtlichen Betäubung bedarf. Die internationalen Studien und auch meine eigenen Erfahrungen belegen eine gute Wirksamkeit der Stoßwellentherapie in 70-80% der durchgeführten Behandlungen. Für die von Ihnen angesprochene Ultraschallbehandlung, ebenso wie für Elektrotherapien und Bestrahlungen liegt bislang kein Wirksamkeitsnachweis vor.

Nach oben

Knieprothese

Frage:
Ich bin 67Jahre alt und habe seit einem Jahr eine Knieprothese (Schlitten), die mir immer noch heftige Schmerzen bereitet. Ich kann noch nicht ohne Stock gehen. Ist das normal? Besteht Hoffnung auf Besserung oder muss ich mich mit diesen Schmerzen abfinden?

Antwort:
In den allermeisten Fällen liegt der Grund für anhaltende Schmerzen bei Zustand nach Implantation von künstlichen Gelenken in einer nicht ausreichend aufgebauten kniestabilisierenden Muskulatur. Dieses Thema bereitet Patienten und Physiotherapeuten oft erhebliche Mühe, nicht zuletzt dadurch, dass die feinmotorische Nervenversorgung des Kniegelenkes durch die Operation unvermeidbar beeinträchtigt wurde. Das Wiedererlangen einer ausreichenden Kniegelenkstabilität, welches Voraussetzung für Schmerzfreiheit ist, kann durchaus bis zu 2 Jahre in Anspruch nehmen. Unabhängig davon gilt es zu klären, ob andere Störfaktoren eine Rolle spielen: Beinachse? Bandlockerung? Gelenkentzündung? Gelenkinfektion? Implantatlockerung?

Nach oben

Knieschlitten

Frage:
Ich bin 58 Jahre alt und habe seit kurzem eine Knieprothese (Schlitten). Vorher wurden am gleichen Bein Meniskus und anschließend Bakerzyste in der Kniekehle operiert. Nun habe ich unerträgliche Schmerzen im ganzen Bein, das Knie ist immer noch dick geschwollen und es geht nur sechzig Grad abzuwinkeln. Kann ich auf Besserung hoffen?

Antwort:
Der Anlass für die Implantation Ihrer Kniegelenk-Schlittenprothese war sicherlich eine fortgeschrittene, anders nicht mehr zu behandelnde Arthrose. Die von Ihnen beschriebenen Schmerzen, ebenso wie die deutlich reduzierte Beweglichkeit stellen 6 Monate nach Operation sicherlich nicht den Normalfall dar. In der Regel werden folgende Fragen abgeklärt: Regelrechter, achsgerechter und fester Sitz des Implantates? Zeichen einer anhaltenden Entzündung oder Infektion? Postoperative Ernährungsstörung im betroffenen Bein (Morbus Sudeck)? Knieunabhängige Probleme wie z.B. arterielle Durchblutungsstörungen? Nervenentzündung? Ausreichende Intensität der Trainingstherapie? Wenn sich keine besondere Ursache für die anhaltenden Beschwerden findet, so sollten Sie nicht verzweifeln. Es gibt immer wieder verzögerte Heilungsverläufe bis zu einer Dauer von 2 Jahren, an deren Ende häufig doch ein erfreuliches Gesamtergebnis steht.

Nach oben

Knieschmerz bei Jugendlichen

Frage:
Seit mein Sohn (11) im Sportverein aktiv ist, hat er Knieschmerzen. Ist das beunruhigend?

Antwort:
Heranwachsende bis zum Wachstumsabschluss leiden vergleichsweise häufig unter Kniegelenkbeschwerden. Einerseits sind Jugendliche betroffen, welche überhaupt keinen Sport treiben, wodurch sich muskuläre Defizite mit entsprechenden schmerzhaften Fehlbelastungen entwickeln können. Auf der anderen Seite findet man bei Kindern, welche leistungsmäßig Sport betreiben, immer wieder Schmerzen durch Überbelastung des noch wachsenden Skeletts. Entzündungen von Schleimbeuteln, Sehnenansätzen und Knorpelfugen werden in der orthopädischen Praxis täglich gesehen und behandelt. Das Behandlungsspektrum reicht von Eisauflagen und Salbenverbänden über Massagen, Krankengymnastik und Elektrotherapie bis hin zu entzündungshemmenden Tabletten und Injektionen. Wichtig ist häufig jedoch eine Schonung der betroffenen Strukturen bis hin zur Ruhigstellung in Tape- und Gipsverbänden. Gerade diesbezüglich fehlt es den jugendlichen Patienten, wie auch manchmal den Eltern an Einsicht, dass diese Störungen mehr Zeit zum Heilen brauchen als der sportliche Terminkalender erlaubt.

Nach oben

Knochenkrebs?

Frage:
Sind Schmerzen in beiden Beiden und Schwindel Anzeichen für Knochenkrebs?

Antwort:
Schwindel und Schmerzen in beiden Beinen sind nicht typisch für Knochenkrebs. Knochenkrebs beginnt in der Regel immer einseitig. Zusammenhänge zwischen Schwindel und Knochenkrebs sind mir nicht bekannt. Es bedarf einer orthopädischen Untersuchung um festzustellen, ob irgendwelche Verschleißerscheinungen in den Gelenken ihrer Beine vorliegen, ob eine Nervenentzündung z.B. ausgehend vom unteren Rücken vorliegt. Auch Störungen in der Funktion der Muskeln sind denkbar.
Die häufigste Form des Schwindels ist der sog. gutartige Lagerungsschwindel bei dem es z.B. beim Aufsetzen oder Umdrehen im Bett zu akuten Drehschwindelattacken kommen kann. Ursache sind Störungen im Gleichgewichtsorgan des Innenohres, welche gut mit sog. Lagerungsübungen behandelt werden können.

Nach oben

Knochenzyste

Frage:
Ich bin 63 Jahre alt. Vor drei Wochen wurde bei mir eine Zyste im linken Schultergelenk durch einen Orthopäden festgestellt. Durch einen nachfolgenden Besuch bei einem Radiologen wurde dann ein Szintigramm erstellt. Was ist ein Szintigramm? Mein Orthopäde teilte mir daraufhin mit, dass diese Zyste nicht bösartig sei. Kann sich die Zyste noch bösartig entwickeln? Muss ich das Szintigramm in absehbarer Zeit wiederholen?

Antwort:
Die in Ihrem Falle durchgeführte Skelettszintigraphie dient dem Nachweise von unnormalen Stoffwechselvorgängen im Skelett. So kann der Knochenstoffwechsel z.B. im Rahmen von Verschleißerscheinungen um die Gelenke herum erhöht sein, innerhalb gutartiger Zysten findet praktisch kein Knochenstoffwechsel statt, bei bösartigen Knochenveränderungen sind die Stoffwechselprozesse wesentlich erhöht. Bei der Skelettszintigraphie wird dem Patienten eine sehr kurzlebige radioaktiv markierte Substanz in eine Vene injiziert. Diese Substanz verteilt sich entsprechend dem o.g. Stoffwechselmuster dann in den Knochen und mit einer Gammakamera wird dann die Aktivitätsverteilung der Substanz im Skelett gemessen. Ob sich die bei Ihnen gefundene Zyste bösartig entwickeln kann und ob eine Wiederholung der Untersuchung notwendig ist, kann in der Regel in Anbetracht des vorliegenden Röntgen- und Szintigrammbefundes entschieden werden.

Nach oben

Knorpelschaden im Knie

Frage:
Vor 10 Jahren zog ich mir bei einer verkehrten Bewegung beim Tanzen am linken Knie eine Knorpelverletzung zu. Seit dem muss ich auf das Joggen verzichten, was mir sehr schwer fällt. Ich habe mich damit abgefunden, dass mein Orthopäde meinte, bei einer Arthrose könnte man eben nichts machen. Ich würde mich sehr gerne operieren lassen, hatte jedoch im vergangenen Jahr im linken Bein eine Thrombose infolge einer Muskelzerrung nach unsachgemäßem Training in einem unseriösen Fitness-Studio. Ein Kniechirurg meinte, eine Operation wäre überhaupt kein Problem und ich würde außerdem Heparin bekommen. Er sicherte mir eine erfolgreiche Operation (eventuell Knorpeltransplantation) zu, nach der ich mein Knie wieder voll bewegen und auch wieder Sport treiben könnte. Ich bin 31 Jahre alt und fühle mich zu jung, auf Sport zu verzichten.

Antwort:
Es gilt zunächst zu klären inwieweit Gelenknorpel oder Meniskusknorpel bei der Verletzung geschädigt wurden. Meniskusverletzungen sind in Ihrem Alter in der Regel gut mittels eines minimal-invasiven Eingriffes zu therapieren. Bzgl. Knorpelverletzungen gibt es eine breite Palette an Möglichkeiten, welche von der einfachen Abtragung von losgelösten Knorpelfragmenten bis hin zu Knorpelverpflanzung und Implantation von neu angezüchteten Knorpelzellen reicht. Diese Verfahren können ggf. jedoch eine längere Entlastung des Beines an Unterarmgehstützen notwendig machen, was das Risiko der Thromboseentstehung erhöht. In jedem Fall ist eine Klärung Ihres derzeitigen Thromboserisikos anzustreben um danach eine gezielte Therapie einzuschlagen.

Nach oben

Knorpelverpflanzung

Frage:
Vor 35 Jahren wurde ich (61 Jahre alt) am rechten Knie wegen Innenmeniskusschaden operiert. Das vordere Kreuzband war gerissen, was jedoch nicht erkannt wurde. Ich habe jetzt große Schwierigkeiten und Schmerzen. Ein Orthopäde wollte mir schon einen Schlitten einoperieren. Ich habe gehört, dass es heute möglich ist, Knorpel zu verpflanzen. Ist das bei meinem Knie möglich?

Antwort:
Es ist möglich, umschriebene Knorpeldefekte, welche z.B. durch eine Verletzung entstanden sind, durch Verpflanzung körpereigener Knorpel-Knochen-Stanzzylinder zu überbrücken. Das Transplantat wird an einer weniger belasteten Stelle meist vom gleichen Gelenk entnommen. Bei einer anderen Methode werden Knorpelzellen gentechnisch angezüchtet und geschützt von einem Stück Knochenhaut, in den Defekt eingebracht. Letzteres Verfahren birgt jedoch noch eine Reihe von Komplikationsmöglichkeiten in sich. Beide Verfahren sind nur geeignet zur Behebung umschriebener Knorpeldefekte, nicht jedoch zur Behandlung einer fortgeschrittenen Arthrose. Fragen Sie Ihren Orthopäden oder bei einer orthopädischen Uniklinik nach.

Nach oben

Kreatin und Melatonin

Frage:
Bitte nennen Sie mir die Risiken der Einnahme von Kreatin und Melatonin. Kreatin verwende ich für den Muskelaufbau, ich bilde mir eine 10 bis 20 % Kraftsteigerung ein. Melatonin habe ich in den USA gekauft, ist dort im Supermarkt frei käuflich und wurde mir für Zeitumstellungen bei meinen Geschäftsreisen empfohlen. Vielen Dank im voraus.

Antwort:
Nicht seltene Nebenwirkungen von Kreatin sind Gewichtszunahme durch Einlagerung von Wasser und muskelkaterähnliche Schmerzen. Aus meiner Erfahrung macht Kreatin mehr Muskelumfang als Kraft. Bei Melatonin ist ein wachstumsfördernder Effekt auf Hauttumoren nicht geklärt. Daher nur kurzfristig zur Behandlung des jet-lag geeignet.

Nach oben

Kreuzbandruptur

Frage:
Es geht um eine Knieverletzung und das vordere Kreuzband, das gerissen ist. Ich habe mir dieseVerletzung bei einem Skiunfall zugezogen. Drei verschiedene Ärzte hatten mir von einer Operationabgeraten: Ich sei zu alt (62 Jahre) und der Erfolg einer Operation ist sehr zweifelhaft. Ich habe keine Arthrose und verstehe auch die ablehnende Einstellung der Ärzte nicht. Folgende Sportarten habe ich bisher regelmäßig betrieben: Bergsteigen, leichte Klettertouren, Skitouren im Hochgebirge, Tennis, Radfahren. Davon kann ich jetzt nach gezieltem Training im Fitness-Studio nur wieder leichte Bergwanderungen machen und Radeln im sanften Gelände. Mir wurde eine bewegliche Schiene zugeteilt, jedoch habe ich damit keine Verbesserung erreicht. Ich hinke beim normalen Gehen und kann mein Knie immer noch nicht genug abbiegen. Ich habe von einem neuen Gerät, mit dem Kreuzbandoperationen äußerst präzise durchgeführt werden können gehört. Was halten Sie davon? Würden Sie mir zu einer Operation raten? Gibt es für meinen Zweck bessere Schienen? Wenn ja, wie sind diese konstruiert? Sollte ich mich nicht doch operieren lassen, muss ich dann im höheren Alter weitere Nachteile befürchten?

Antwort:
Eine ausreichende muskuläre Stabilisierung gelingt in Ihrem Falle offensichtlich nicht. Nachdem keine Arthrose besteht und Sie sehr sportlich sind, muss ein operativer Kreuzbandersatz nochmals diskutiert werden. Dem entgegenstehen könnte eine Osteoporose, welche bei so sportlich aktiven Menschen jedoch selten vorkommt. Die Kreuzbandoperationen werden ständig weiterentwickelt, von einer sog. Roboteroperation rate ich gerade in Ihrem Falle ab. Besprechen Sie sich mit einem in Kreuzbandoperationen versierten Orthopäden und schildern Sie ihm die Erfolglosigkeit Ihrer bisherigen Trainingstherapie. Schienen führen zu keiner dauerhaften Lösung des Problems.

Nach oben

Künstliches Hüftgelenk

Frage:
Ich bin 53 Jahre alt und mein Arzt hat mir empfohlen, mich mit einer Hüftgelenksoperation anzufreunden. Was gibt es für Operationsmethoden? Vor kurzem habe ich gelesen, dass es eine Computer/Roboter-Methode gibt. Wer hat hier Erfahrungswerte? Wie verläuft die Nachsorgebehandlung? Könnte in nächster Zukunft mit neuen Behandlungsformen zur Gelenkerhaltung (Knorpelverpflanzung) gerechnet werden? Gibt es Literatur für den Laien darüber?

Antwort:
Im Falle eines fortgeschrittenen Knorpelverschleißes, d.h. einer Arthrose im Hüftgelenk ist der Ersatz von Hüftkopf und Pfanne durch künstliche Materialien heutzutage der goldene Standard. Die neuen Behandlungsformen mit Knorpelverpflanzung sind bislang nur bei sehr kleinen Knorpeldefekten z.B. bei Verletzungen erfolgreich. Ich denke, dass der künstliche Gelenkersatz auch in den nächsten 10 Jahren Bestand haben wird ist. Diese Operationen werden in den meisten größeren Krankenhäusern durchgeführt. Die Roboter-Methode hat sich bislang nicht bewährt. Kleine Hautschnitte sind mittlerweile Standard. Angesichts Ihres jugendlichen Alters wird man eine zementlose Implantation anstreben, um einen lockerungsbedingten eventuellen späteren Wechsel der Prothese einfacher bewerkstelligen zu können. Dies bedeutet jedoch, dass Sie die ersten 6 Wochen nach der Operation das Bein nicht voll belasten sollten und auf Unterarmgehstützen angewiesen sind. Der stationäre Aufenthalt dauert in der Regel ein bis zwei Wochen, die anschließende Rehabilitation kann ambulant oder während einer 3 bis 4-wöchigen Anschlußheilbehandlung durchgeführt werden. Literatur: z.B. "Leben mit einem künstlichen Hüftgelenk", Schulz-Kirchner-Verlag.

Nach oben

Lactattest

Frage:
Welchen Sinn haben Lactat-Teste bei Fußballspielern? Was wird da untersucht, welche Ergebnisse können da rauskommen und was sagen die aus?

Antwort:
Lactat ist das Salz der Milchsäure, dem Endprodukt des anaeroben Abbaus von Glycogen und Glucose. Mit der Lactatwertbestimmung wird die aerob-anaerobe Schwelle ermittelt. Dies dient vor allem der Trainingssteuerung d.h. einer gezielten Planung und Kontrolle der Belastungsintensität und Belastungsdauer. Beim Lactattest absolviert der Sportler auf einem elektronsich gesteuerten Ergometer ein vorher festgelegtes standardisiertes Testprogramm. In bestimmten Zeitabständen werden dann Blutproben entnommen und auf Lactatgehalt untersucht.

Nach oben

Lymphdrainage

Frage:
Mein Masseur hat mir geraten, wegen dauernder Schwellungen in den Beinen doch eine Lymphdrainage durchführen zu lassen. Was wird da gemacht und was sagt ein Orthopäde zu diesem Vorschlag?

Antwort:
Die Lymphdrainage ist eine Form der Streichmassage um Lymphstauungen zu beseitigen. Man streicht mit den Fingerkuppen auf der Haut in Richtung der Lymphbahnen. Ein erster Erfolg ist eine Steigerung beim Wasserlassen, der sofort nach Beendigung der Behandlung einsetzen kann. In der Regel ist dieses Verfahren vor allem bei hartnäckigen Schwellzuständen angezeigt, bei Stauungszuständen in den Gliedmaßen, aber auch nach Operationen im Brustbereich. Wie erfragt, kann bei Schwellzuständen in den Beinen Lymphdrainage Besserung bringen, nach solchen Anwendungen sollten allerdings Kompressionsstrümpfe getragen werden.

Nach oben

Meralgie Oberschenkel

Frage:
Ich bin 67 Jahre alt und hatte vor 10 Jahren eine Prostataoperation. Seit jener Operation habe ich starke Schmerzen im rechten Oberschenkel von der Hüfte bis zum Knie, so als hätte ich mich an einem Flammenwerfer verbrannt. Zentraler Punkt ist seitlich unter dem Hüftgelenk. Spritzen, Einreiben, Traumeel-Tabletten, Vitamin-B-Komplex - alles hat nichts geholfen. Jetzt treten im linken Oberschenkel dieselben Schmerzen auf. Es soll eine Meralgia paraesthetica sein. Kompression des Nervus cutaneus. Früher hatte ich bereits z.B. beim Abwaschen oder Autofahren länger als eine Stunde diese Schmerzen. Beim Stehen ist es am schlimmsten. Beim Sitzen, wenn die Beine hoch oben liegen. Autofahren geht nur noch im Stadtbereich. Wie können Sie mir helfen? Muss operiert werden?

Antwort:
Bei der von Ihnen angesprochenen Meralgia paraesthetica handelt es sich in der Regel um eine druckbedingte Reizung eines Hautnerven, welcher die Vorderaußenseite des Oberschenkels versorgt. Der Druck wirkt meistens im Bereich des Leistenbandes ein, welches der Nerv durchdringt. Ursache können z.B. beengende Kleidungsstücke, Gürtel oder Operationen im Bereich des Bauches sein, bei welchen sich durch Narbenbildung die Zugverhältnisse der Bauchwand verändern könne. Therapeutisch kommen örtliche entzündungshemmende Injektionen oder die operative Entlastung des Nerven in Betracht. Aber Vorsicht: Auch Bandscheibenvorfälle können manchmal ähnliche Symptome hervorrufen.

Nach oben

Metallentfernung nach Bruchheilung

Frage:
Muss Metall nach einer Bruchbehandlung immer entfernt werden, wenn ja- wann? Ist es schädlich, Metall im Körper zu lassen?

Antwort:
Die Metallentfernung nach Verschraubung und Verplattung von Sprunggelenkfrakturen wird in der Regel nach vollständigem Abschluss der Bruchheilung, welche in diesem Bereich nach 6 bis 18 Monaten gegeben ist, angestrebt. Vorteil – die Beweglichkeit und die Maximalbelastbarkeit im ehemals operierten Bereich werden nach Entfernung des Materials oftmals weiter verbessert, eine eventuell verbliebene Schwellneigung lässt sich ebenfalls günstig beeinflussen und auch örtliche Schmerzen z.B. durch Druck im Skistiefel sind damit meistens zu beheben. Zwingend notwendig ist der Eingriff jedoch nicht. Die heutzutage bei uns verwendeten Materialien sind so hochwertig, dass sie ein Leben lang im Körper verbleiben können, ohne irgendwelchen Schaden anzurichten. D.h. wenn z.B. wegen schweren Erkrankungen das Operationsrisiko erhöht ist, kann das Metall auf Dauer belassen werden. Länger als 18 bis 24 Monate zwischen Ein- und Ausbau sollten nicht vergehen, da die Materialien dann oft zu fest einwachsen und z.B. das Risiko von Schraubenbrüchen bei der Entfernung steigt.

Nach oben

Missempfindung in den Füssen

Frage:
Ich kann meine Zehen so bewegen, dass ich einen Stift vom Boden aufheben kann. Jedoch habe ich das Gefühl in den Zehen, als würde sich Papier unter den Zehen befinden, und zwischen den Zehen. Es fing bei einer Zehe an und jetzt habe ich es an beiden Füßen und auch an den Fußsohlen das komische Gefühl, welches unangenehm ist. Schmerzen habe ich keine. Der Neurologe machte einen Versuch und fuhr mit einer Feder unten entlang. Ich spürte diese ganz normal, wie ich auch meine Finger, welche ich unter den Zehen entlang fahre, spüre. Im Krankenhaus, wo ich wegen einer anderen Sache war, sagte ich dies und man antwortete mir, ich solle eben die Zehen weiter bewegen. Basta. Die Zehen haben die gleiche Farbe, wie der ganze Fuß oder das Bein und sind warm. Der Internist untersuchte mir den Fuß per Ultraschall den Blutkreislauf und meinte alles in Ordnung. Zucker habe ich morgens gemessen 90 und nach dem Essen 190. Blutdruck ist als normal zu bezeichnen. Was ist es, ich möchte meine Zehen nicht verlieren. Ich möchte noch sagen, dass ich beim Gehen Schwierigkeiten habe und die Schaufensterkrankheit habe. Kein Arzt weiß, was es ist. Ich bin 80 Jahre alt.

Antwort:
Nach Ihren Angaben sind nicht nur Farbe und Temperatur Ihrer Füße normal, sondern auch die Durchblutung der Beine wurde mittels Ultraschalluntersuchung als normal befundet. Die häufigste Ursache der sog. Schaufensterkrankheit nämlich eine Verschlusskrankheit Ihrer Schlagadern scheidet somit aus. Es gibt andere Erkrankungen, die ähnliche Beschwerden hervorrufen können. Insbesondere zu denken ist an eine Verengung des Rückenmarkkanals – Spinalkanalstenose. Hier ist eine orthopädische Untersuchung angezeigt. Weiterhin in Frage kommen neurologischen Erkrankungen wie die Polyneuropathie, diesbezüglich sind Sie jedoch schon untersucht worden.

Nach oben

Morgensteifigkeit

Frage:
Was kann man tun, um die Morgensteifigkeit aus den Knochen und Gelenken zu bringen? Bin 59, treibe ein bisschen Sport – bin aber am Morgen kreuzsteif.

Antwort:
Eine gewisse Steifigkeit am Morgen ist mit zunehmendem Alter nicht zu verhindern. Sämtliche Bestandteile des Bewegungsapparates brauchen nach der Nachtruhe eine gewisse Einlaufzeit. Der Knorpel muss erst wieder durch die Gelenkflüssigkeit gut benetzt und durchdrungen werden, so dass seine Ernährung sicher gestellt ist. Die Muskeln sind verkürzt und müssen gedehnt werden, auch Bänder und Sehnen müssen sich erst einlaufen. Am schnellsten lässt sich die Morgensteifigkeit durch eine warme bis heiße Dusche mit einem anschließenden kurzen Dehnungsprogramm vertreiben. Hierfür empfehle ich, ein entsprechendes Gymnastikprogramm von 10-20minütiger Dauer mit einem Krankengymnasten einzuüben.

Nach oben

Morton

Frage:
1994 wurde ich auf der Straße angefahren: Schienbeinkopfbruch mit zwei Schrauben im Knie, letzte Kontrolle alles in Ordnung. Seit zwei Jahren leide ich nun an einem Fersensporn, habe Einlagen und erhalte Tiefenbestrahlung. An meinem Vorderfuß sind die Zehen aber wie lahm und mit furchtbaren Schmerzen verbunden. Es wurden Röntgenaufnahmen gemacht. Diagnose: Nervenreizentzündung. Eine Erleichterung ist nur mit Tabletten (Keltican N) möglich. Der Nervenschmerz ist am gleichen Bein wie der Fersensporn. Gibt es auch andere Behandlungsmöglichkeiten?

Antwort:
Wenn ich Sie richtig verstanden habe liegen Ihre Hauptbeschwerden derzeit im Bereich des Vorfußes. Zu denken ist an eine Metatarsalgie, eine durch Druck hervorgerufene Entzündung von Zehen im Bereich des Mittelfußes, oder eine Morton´sche Neuralgie, eine schmerzhafte Verdickung eines Zwischenzehennervs. Ursache dieser Beschwerden kann eine Fehlbelastung z.B. durch ein abgesenktes Quergewölbe sein. Wichtigste Maßnamen sind Einlagen mit einer Abstützung des Fußquergewölbes. Ergänzend sind häufig örtliche Injektionen mit einem entzündungshemmenden Medikament sehr wirksam. In schwierigen Fällen lässt sich der Nerv auch operativ entlasten.

Nach oben

Muskelkrämpfe

Frage:
Was ist die Ursache für Muskelkrämpfe in den Waden? Warum bekomme ich, obwohl Sportler, mitunter Wadenkrämpfe in der Nacht beim Schlafen? Stimmt es, dass Alkohol bei Sportlern zu Wadenkrämpfen führen kann (z.B. beim Fahrradfahren)?

Antwort:
Beim Sportler ist die häufigste Ursache für Muskelkrämpfe ein Mangel an Elektrolyten und Mineralstoffen durch das Schwitzen. Dem sollte durch ausreichende Zufuhr von kohlesäurearmem bzw. –freiem Mineralwasser gemischt mit Fruchtsäften (z.B. Apfelschorle) vorgebeugt werden. Falls es dennoch immer noch zu Muskelkrämpfen kommt, sollte zusätzlich Magnesium in ausreichender Dosierung (2x20mval/Tag) zugeführt werden. Falls sich Ihre Beschwerden auch damit nicht in den Griff bekommen lassen, empfehle ich eine ärztliche Untersuchung zum Ausschluss einer Grunderkrankung z.B. von Seiten der Niere, der Wirbelsäule und des Nervensystems. Alkohol im Rahmen der Sportausübung ist in jedem Falle ungünstig, da die Flüssigkeits- und Elektrolytverluste durch die wassertreibende Wirkung des Alkohols noch unterstützt werden.

Nach oben

Nackenschmerzen und Tinnitus

Frage:
Ich habe seit etwa einem Jahr ständig Nackenschmerzen. Zu dieser Zeit traten auch Ohrgeäusche (Tinnitus?), Konzentrationsschwäche und eine Art Schwindelgefühl auf. Ich habe dauernd den Eindruck "neben mir zu stehen" und bin ständig damit beschäftigt meinen Kopf in verschiedene Richtungen zu bewegen und zu ziehen, da ich das Gefühl habe, dass irgendetwas eingeklemmt ist. Außerdem habe ich den Eindruck meine Umwelt oft nur verschwommen wahrzunehmen. Bei der Bewegung des Halses knirscht und knackt es jedesmal. Ein weiteres Problem, das ich seither habe ist, dass meine Kopfhaut sehr stark juckt, aber von außen (auch vom Arzt) keine Anzeichen zu erkennen sind. In wiefern diese Probleme zusammenhängen, weiß ich nicht.

Antwort:
Die von Ihnen geschilderten Symptome deuten auf Stressbelastungen beruflicher oder familiärer Struktur hin. Zum Ausschluss körperlicher Ursachen empfehle ich eine orthopädische, HNO-ärztliche und ggf. neurologische Abklärung. Falls keine krankhaften Veränderungen vorliegen, empfehle ich eine intensive sportliche Betätigung und/oder eine Entspannungstherapie z.B. progressive Muskelrelaxation nach Jacobson. Kurse werden unter anderem von Volkshochschulen angeboten.

Nach oben

Nackenschmerzen

Frage:
Ich bin Anfang sechzig und kann seit einigen Wochen meinen Hals nicht ohne Schmerzen bewegen. D.h., wenn ich den Kopf nach links oder rechts drehe, um z.B. in den Rückspiegel zu blicken, habe ich erhebliche Schmerzen. Welche Ursachen kommen in Frage, welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Antwort:
Die Ursache Ihrer Beschwerden liegt in Regel in einer Funktionsstörung der Halswirbelsäule. Klassische Maßnahmen der Eigentherapie sind Wärmezuführung (z.B. Halstuch, Wärmflasche in den Nacken, Infrarotbestrahlung, heiße Dusche), Einreibungen und ggf. ein leichtes Schmerzmittel. Falls sich hierdurch nicht innerhalb von Tagen eine Besserung einstellt, gilt es, den Grund der Störung herauszufinden. Hierbei sind u.a. in Betracht zu ziehen: Blockierungen der Bewegungssegmente, Strukturveränderungen durch Abnutzungen, Bandscheibenvorfälle, Nervenreizungen z.B. im Rahmen von Infektionen, gut- oder bösartige Neubildungen. Die Therapiemöglichkeiten richten sich entsprechend nach der Ursache. Hier kann Sie dann nur der Fachmann beraten.

Nach oben

Nordic Walking

Frage:
In meinem Bekanntenkreis ist die Nordic-Walking-Seuche ausgebrochen. Ich habe Hemmungen da mitzumachen. Was bringt denn Nordic-Walking für die Gesundheit.

Antwort:
Hier handelt es sich um eine interessante Trainingsmethode, die für Skilangläufer als Fitnessübung für die schneelose Zeit entwickelt wurde. Wem vom Arzt kein Sportverbot auferlegt wurde, der sollte es getrost einmal versuchen. Das Beste wäre, sich einer Trainingsgruppe anzuschließen, um von vorneherein keine Fehler zu machen. Durch Einbeziehung der Arme und des Nacken-Schulterbereichs werden auch diese Regionen des Körpers trainiert. Selbst bei hartnäckigen Verspannungen kommt es dabei erstaunlich schnell zur Lösung von Verhärtungen. Im Verhältnis zum reinen Walken bringt das Laufen mit den Stöcken übrigens auch einen höheren Energieumsatz.

Nach oben

Osteoporose-Vorbeugung?

Frage:
Kann man gegen Osteoporose vorbeugend etwas tun?

Antwort:
Viel Bewegung ist das Wichtigste. Es bedarf auch einer gewissen Stauch-und Stoßbelastung der Wirbelsäule, wie beim Gehen. Schwimmen alleine reicht nicht. Reduzieren Sie in ihrer Ernährung so genannte Phosphatskiller in Wurstwaren, Softdrinks, Kaffee. Ausreichende Kalziumszufuhr von 1500 mg täglich, am einfachsten über Käse, Quark etc. Ausreichend Aufenthalt an der frischen Luft, mindestens 30 min täglich. Dadurch wird über die Haut ausreichend Vitamin D gebildet. Bei beginnender Osteoporose sollte Vitamin D in Tablettenform zugeführt werden. Dieses ist nicht nur für die Knochen, sondern auch für die Muskeln wichtig. Wenn sich bei der Knochendichtemessung ein verminderter Knochenmineralsalzgehalts d.h. eine Osteopenie oder eine Osteoporose gezeigt hat, ist Ursachenforschung angezeigt. Ein Besuch beim Orthopäden ist zwingend erforderlich. Osteoporose ist keine neue Erkrankung, sie gab es früher auch schon. Wir sind aber nicht so alt geworden und haben die schweren Folgen häufig gar nicht erlebt.

Nach oben

Polyneuropathie

Frage:
Was ist Polyneuropathie?

Antwort:
Polyneuropathie bedeutet Erkrankung mehrerer Nerven. Es gibt verschiedene Untergruppen der Erkrankung je nachdem welche Art von Nerven betroffen ist. Häufig klagen die Patienten über Missempfindungen, zum Teil auch Schmerzen in den unteren Extremitäten. Es besteht oft eine strumpfförmige Minderempfindlichkeit im Bereich beider Füße. Durch die Störung der Tiefensensibilität an den Fußsohlen kann auch das Gangbild gestört sein. Häufigste Ursachen für die Polyneuropathie sind Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, regelmäßige Alkoholzufuhr oder Infektionskrankheiten. Es bedarf in jedem Falle einer gründlichen Untersuchung durch einen Nervenarzt. Subjektive Linderung verschaffen manchmal Wechselbäder und Einreibungen mit Franzbranntwein. Ansonsten besteht die Therapie in der Behandlung der Grundkrankheit z.B. bessere Einstellung des Diabetes, Alkoholabstinenz oder Antibiotika.

Nach oben

Protrusion im HWS

Frage:
Ich leide seit 7 Monaten unter einer Protrusion im HWS-Bereich (C4/5 und C6).Das ganze fing an nachdem ich beim Squashen war. Die Schmerzen äußern sich folgendermaßen: Ziehen am Hinterkopf, Nackenversteifung sowie das Gefühl dass die seitlichen Muskeln verkrampfen. Aber das Schlimmste ist, dass mein linker Arm ständig brennt und schmerzt, teilweise bis zur Schulter kribbelt. Die Muskeln scheinen auch total verhärtet zu sein. War schon für 10 Stunden bei der Krankengymnastik. Keiner konnte eine Auskunft geben. Was könnte das sein, was könnte ich dagegen tun? Und vor allem welchen Sport kann ich noch machen (Schwimmen, Joggen?)?

Antwort:
Protrusion bedeutet, dass sich Bandscheibengewebe bis auf die Nervenwurzeln vorwölbt, wodurch es zu den geklagten Beschwerden kommen kann. Das Wichtigste: Das Ganze ist in der Regel ohne Operation reversibel. Bewährte Therapien: Entspannende Krankengymnastik mit Streckungen der HWS, Wärme, Muskelaufbautraining - am idealsten Med-X@® (www.med-x.de). Brustschwimmen ist schlecht, Rückenschwimmen gut, Radfahren nur mit hohem Lenker, Joggen kann manchmal durch die Stauchbelastungen Schmerzen verstärken.

Nach oben

Radeln nicht so gesund

Frage:
Ich habe immer gedacht, dass Fahrradfahren für die gesamten Beine gesund ist. Mein Arzt hat mir gesagt, dass es für die Wadenmuskulatur nichts bringt und hauptsächlich nur für die Oberschenkel gut ist. Stimmt das wirklich?

Antwort:
Entscheidend für den Trainingseffekt ist die Stellung der Füße auf den Pedalen. Es kommt darauf an, wie sie treten und nur bei bestimmten Positionen werden auch die Wadenmuskeln trainiert. Um einen solchen Effekt zu erzielen, ist es notwendig, dass Sie die Sprunggelenke beim Treten gut mitbewegen. Dies erreichen Sie, indem Sie nur die Fußspitzen auf die Pedale stellen und nicht etwa das Fußgewölbe. Da dies eventuell am Anfang für Sie ungewohnt ist, können Sie sich bei Ihrem Fahrradhändler Klickpedale besorgen. Sie helfen Ihnen schön rund zu treten unter Bewegung von Hüfte, Knie und Sprunggelenk und damit auch die Wadenmuskulatur zu stärken.

Nach oben

Restless legs

Frage:
Mein Mann, 75, leidet jede Nacht ab etwa 6 Uhr an schwerem Beinkribbeln und Zuckungen. Einreibungen bringen wenig. Der Hausarzt meint, wir sollen damit leben. Mein Mann hat übrigens seit 2 Jahren Angina pectoris.

Antwort:
Nächtliches Beinkribbeln, Beinreißen ebenso wie brennende Fußsohlen sind sehr häufig geäußerte Beschwerden. Typischerweise treten die Beschwerden erst im mittleren und höheren Lebensalter auf. Primär ist durch eine ärztliche Untersuchung eine zugrunde liegende schwerere Erkrankung wie z.B. Zuckerkrankheit, Nervenerkrankung, Rückenmarkskanalverengung, Nierenerkrankung, etc. abzuklären und ggf. zu behandeln. Wenn sich keine Grunderkrankung findet, handelt es sich bei den genannten Beschwerden meist um altersbedingte Durchblutungsstörungen in den feinen Nervenendästen des Beines. Die Therapie besteht in durchblutungsfördernden Maßnahmen (Wechselduschen, Trockenbürstenmassagen, Einreibungen z.B. mit Franzbranntwein), in ausreichender körperlicher Bewegung, muskulärer Fitness sowie in ausreichender Zufuhr von Mineralstoffen durch Fruchtsaftschorle und ergänzender Einnahme von Magnesium. In schweren Fällen stehen Medikamente zur Verfügung, welche jedoch nicht frei von Nebenwirkungen sind.

Nach oben

Rückenleiden

Frage:
Seit zwei Jahren leide ich unter starken Rückenschmerzen (10 Jahre Leistungssport Kunstturnen). Letztes Jahr im August wurde eine Chemonukleolyse durchgeführt, woraufhin die Schmerzen noch schlimmer wurden, weshalb Ende September eine offene Bandscheiben-OP folgte. Im Dezember entschloss ich mich zu einer stationären Reha, da die Schmerzen noch immer sehr stark waren (Ausfallerscheinungen im rechten Bein, etc.). Daraufhin trat zunächst eine Besserung ein, doch seit drei Wochen habe ich wieder sehr starke Schmerzen, weshalb ich nachts kaum Schlaf bekomme. Medikamente bringen kaum Hilfe, was kann ich nun weiterhin noch tun? Ich gehe regelmäßig zur Krankengymnastik, mache Übungen soweit es irgendwie möglich ist, aber die Schmerzen werden immer schlimmer. Können Sie mir einen Tipp geben, welche Maßnahmen (Akupunktur, Chirotherapie,... ohne großen Erfolg durchgeführt) für mich nun noch in Frage kämen? Die Operateure reden schon wieder von einer neuen OP, doch beim letzten Mal traten Schwierigkeiten bei der Wundheilung auf.

Antwort:
Die Ergebnisse der klassischen Krankengymnastik sind insbesondere bei Sportlern und ehemaligen Leistungssportlern leider häufig enttäuschend. Andererseits ist eine muskuläre Stabilisierung Ihrer durchs Kunstturnen sicher hypermobilen, d.h. bandüberdehnten Wirbelsäule unumgänglich. Mit der MedX®-Therapie werden auch die tiefen autochtonen Rückenmuskeln erreicht, da die sogenannte Hilfsmuskulatur ausgeschaltet ist. Info: z.B. www.med-x.de

Nach oben

Rückenschmerzen

Frage:
Ich leide seit ca. 20 Jahren unter Rückenschmerzen, die sich turnusmäßig zwei- bis dreimal im Jahr (Frühjahr und Herbst) einstellen. Sie kreisen oberhalb des rechten Hüftgelenks bis zum Schulterblatt, überschreiten die Mittellinie und ziehen von dort nach unten bis zum linken Hüftgelenk. Die Schmerzen steigern sich, nach acht bis zehn Tagen erreichen diese den Höhepunkt und gehen dann langsam wieder zurück. Ich habe einige Ärzte konsultiert (praktischer Arzt, Orthopäde, Internist, Neurologe, Zahnarzt). Diagnose: Muskelzerrung, die Bandscheibe ist in Ordnung. Behandlung: Spalttabletten, Bettruhe, Heizkissen, Massagen, Moorbäder, Thermalbäder, Mikrowelle, Fango, lokale Spritzen, Tabletten und Massagen - nichts hat geholfen. Treten die Schmerzen auf, lege ich mich sofort ins Bett und kann erst nach drei bis vier Wochen meinem Alltag wieder nachgehen. Ich bin 78 Jahre alt und war bis zu meinem 60. Lebensjahr im Büro tätig. Was kann mir noch helfen?

Antwort:
Die Diagnose Muskelzerrung erscheint mir in Anbetracht des erst nach 8 bis 10 Tagen erreichten Schmerzmaximums und aufgrund des regelmäßig wiederkehrenden Charakters eher unwahrscheinlich. Nicht selten sind derartige Beschwerden auf Verschleißerscheinungen der Gelenke oder auf ein rheumatisches Geschehen im Bereich der Weichteile zurückzuführen. Einer Patientin mit ähnlichen Beschwerden konnte durch Akupunktur geholfen werden.

Nach oben

Rückenschmerzen-Spritzen

Frage:
Helfen bei Rückenschmerzen wirklich nur Spritzen?

Antwort:
Wenn ich Sie richtig verstehe haben Sie immer wieder Schmerzen im unteren Rückenbereich rechts z.B. beim Bücken. Wärme auf die schmerzhafte Region ist immer einen Versuch wert, da dies zu einer muskulären Entspannung führt, wodurch häufig die Schmerzen gelindert werden. Auch wärmende Salben z.B. Rheumasalben mit Cayennepfeffer können aufgetragen werden. Wärmflasche oder Kirschkernkissen führen häufig auch zu Schmerzlinderung. Bewegungsübungen bis zur Schmerzgrenze sind sinnvoll, schweres Heben und Tragen dagegen nicht. Falls dies alles nichts hilft bleibt immer noch der Weg zum Arzt, ggf. mit Schmerzspritze.

Nach oben

Rundrücken

Frage:
Ich gehe auf die sechzig zu und meine Freunde sagen, ich würde immer mehr nach vorne gebeugt gehen. Kann man in meinem Alter noch etwas tun, um diesen peinlichen Haltungsfehler zu korrigieren?

Antwort:
Es kommen verschiedene Ursachen in Betracht. Es kann sich um eine sog. Haltungsinsuffizienz, also eine Schwäche der rumpfaufrichtenden Muskulatur handeln, welche nur durch einen Trainingsmangel bedingt ist. Nicht selten führt die Minderung des Knochenmineralsalzgehaltes (Osteoporose) zu einer keilförmigen Verformung von Wirbelkörpern mit daraus resultierendem Rundrücken, im Volksmund auch Witwenbuckel genannt. Auch entzündliche und verschleißbedingte Veränderungen der Wirbelsäule können zu der von Ihnen genannten Deformierung führen. In Ihrem Alter sollten Sie eine solche Veränderung nicht als schicksalshaft gegeben ansehen und baldmöglichst eine orthopädische Abklärung anstreben.

Nach oben

SAMe

Frage:
Seit drei Monaten nehme ich das Medikament SAMe, das ich per Internet aus Amerika beziehe, gegen Rheuma und Arthrose ein. Es wurde in einer Zeitschrift gelobt. Noch hat die Glückspille nicht geholfen, aber jetzt kommt der Schock - Verbraucherverbände warnen vor solcher Arznei per Internet. Was soll ich tun?

Antwort:
Entweder es handelt sich bei dem von Ihnen eingenommenen Medikament um S-Adenosyl-L-Methionin, welchem eine Bedeutung in der Proteinsynthese zukommt. In der Werbung werden günstige Wirkungen auf den Stoffwechsel von Gelenken und Nervenzellen angepriesen. Wissenschaftliche Wirksamkeitsnachweise stehen meines Wissen aus. Bei Depressionen sollte dieses Medikament auf keinen Fall eingenommen werden. Unter dem Namen Same wird ausserdem ein Haifischknorpelpräparat vertrieben, welches bei Krebs, Gliederschmerzen, Diabetes, Müdigkeit, Allergien und vielen weiteren Erkrankungen helfen soll. Auch hier sind mir keine Studien bekannt, welche die Wirksamkeit belegen. Vorsicht bei Fisch- oder Meeresfrüchteallergie!

Nach oben

Seronegative Spondyloarthritis

Frage:
Kann man eine seronegative Spondyloarthritis mit Naturheilmitteln besiegen?

Antwort:
Es handelt sich um eine rheumatische Erkrankung bei der kein sog. Rheumafaktor im Blut nachweisbar ist. Die Therapie hängt im Wesentlichen von der Aktivität der Erkrankung ab. In leichten Fällen reichen Einreibungen mit entzündungshemmenden Salben oder Lösungen z.B. Beinwell, die Einnahme von homöopathischen Kügelchen wie Arnika etc. oder pflanzliche Präparate wie Teufelskralle und Weihrauch. Besteht jedoch eine höhere Aktivität wie in den meisten Fällen, so sind stärkere entzündungshemmende Medikamente mit gutem Wirkungsnachweis in exakter Dosierung notwendig. Hier gibt es neben Kortison auch nicht kortisonhaltige Präparate sowie viele neue Medikamente, die Ihnen dann der Rheumatologe verordnen muss.

Nach oben

Schlaflosigkeit Nackenschmerzen

Frage:
Ich bin 39 Jahre alt und seit vier Wochen Wiedereinsteigerin im Berufsleben. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich gesundheitlich topfit, was mir auch in der Einstellungsuntersuchung bescheinigt wurde. Nun leide ich seit meinem Arbeitsbeginn (leichte Bürotätigkeit) an einem HWS-Syndrom sowie Schlaflosigkeit. Die Schmerzen im oberen Rückenbereich bekämpfe ich mit Diclofenac, die Schlafstörungen mit Zolipidentartrat. Ich kann es mir nicht leisten, krank zu sein, will aber auch nicht länger diese "Tablettenhämmer" einnehmen müssen. Was kann ich tun? Ich treibe Sport, wiege 50 Kilo bei 1,59 Meter und bin psychisch nicht vorbelastet? Meine Arbeit gefällt mir, 80% der Tätigkeit führe ich stehend aus.

Antwort:
Über Beschwerden im Nacken und oberen Rückenbereich insbesondere ziehende Schmerzen zwischen den Schulterblättern berichten nicht selten Menschen, welche einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Selbst wenn Sie sich gelassen fühlen, so ist eine psychische und damit automatisch auch körperliche Anspannung häufig gegeben. Die Schlaflosigkeit hat ihre Ursache zum Teil in einem unterbewussten Grübeln über ungeklärte Fragen, zum Teil auch in der Schmerzhaftigkeit der Verspannungen an sich. Nachdem Sie sportlich aktiv sind und ihre Psyche als unproblematisch betrachten, empfehle ich ein einfach zu erlernendes Entspannungsverfahren wie z.B. die progessive Muskelrelaxation nach Jacobson oder eine ganzheitliche Bewegungstherapie wie Qi Gong, Tai Chi Chuan oder die Feldenkraismethode. Kurse z.B. bei der Volkshochschule.

Nach oben

Schmerzen beim Bücken

Frage:
Bedeuten Schmerzen beim Bücken immer Arthrose?

Antwort:
Schmerzen beim Bücken und Beugen können Hinweis auf Arthrose sein. Es gibt jedoch auch viel banalere Ursachen z.B. Verkürzungen und Verspannungen der Muskulatur, Fehlhaltungen etc. Regelmäßige Gymnastik hilft meist erstaunlich viel, bei anhaltenden Beschwerden ist ein Besuch beim Orthopäden unumgänglich.

Nach oben

Schnellender Finger

Frage:
Wie kommt es zu einem sog. Springfinger und was kann man dagegen tun? Ich bin bereits an der Hand operiert (Karpaltunnensyndrom) und auch schon wegen des Springfingers gespritzt worden. Kann die Ursache von einem HWS-Syndrom kommen?

Antwort:
Beim sog. Springfinger oder schnellenden Finger hat sich in der Hohlhand ein kleines Knötchen in der Fingerbeugesehne gebildet. Die Fingerbeugesehne gleitet in diesem Bereich unter einem quer verlaufenden sog. Ringband hindurch. Durch die Knötchenbildung kann die Sehne bei Bewegung des Fingers dieses Ringband nicht mehr ungestört passieren und es kommt zu einem meist schmerzhaften Schnappen des Fingers bei Bewegung. Ursachen liegen meist in einer Überbelastung der Hand. Nervenstörungen wie z.B. beim Karpaltunnelsyndrom oder beim HWS-Syndrom können über eine gestörte Stoffwechselfunktion im betroffenen Arm mitverursachend für den schnellenden Finger sein. Therapie der Wahl ist zunächst ein Versuch mit einer abschwellenden Injektion am Ort des Geschehens. Bei Nichtbesserung wird in einem kleinen ambulanten Eingriff das Ringband gespalten, so dass die Sehne wieder frei gleiten kann.

Nach oben

Schulterschmerzen

Frage:
Ich leide an akuten Schulterschmerzen wegen Kalkeinlagerungen. Was halten Sie von Stoßwellentherapie oder welche anderen Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?

Antwort:
Antwort: Die klassische Therapie bei ihrer Erkrankung besteht darin, zunächst die massive Entzündung durch Tabletten oder Injektionen zu bremsen, um dann durch Bewegungstherapie zu versuchen, die Verkalkungen wieder aufzulösen. Dies gelingt jedoch häufig nicht, da die Bewegungstherapie wiederum zu Entzündungen führen kann. Dann bleibt nur eine Entfernung der Kalkdepots entweder operativ, was heute in der Regel in Schlüssellochtechnik durchgeführt wird, oder eben mit der Extrakorporalen Stoßwellentherapie, was ambulant und ohne Narkose durchgeführt werden kann. Internationale Studien belegen eine Wirksamkeit in bis zu 80 % der behandelten Fälle.

Nach oben

Schwindel und Nackenschmerzen

Frage:
Seit nun mehr als fünf Monaten leide ich an cervicalem Schwindel und Schmerzen an der Halswirbelsäule. Ich ging zum Hausarzt, der ein Belastungs- und Ruhe-EKG erstellte, das normal ausfiel. Meine Halswirbelsäule wurde geröngt - auch da sei alles in Ordnung. Die Neurologin erstellte ein EEG, auch dieses fiel positiv aus. Die Spritzen (paravertebrale Durchflutung), Gabe von Muskelrelaxantien sowie Antiphlogistika und Analgetika, dazu eine Cervikalstütze und Einleiten physikalischer Maßnahmen des Orthopäden erbrachten auch keine Besserung. Ein Allgemeinarzt für Naturheilverfahren und Sportmedizin nahm eine Akupunktur vor - das erbrachte kurzzeitige Besserung, jetzt sind die Beschwerden wieder genauso schlimm. Was kann ich noch tun?

Antwort:
Ihren Ausführungen zu Folge sind sämtliche ärztlicherseits erhobenen Befunde normal und dennoch leiden Sie unter hartnäckigen Nackenschmerzen und Schwindel. Wenn eine organische Ursache ausgeschlossen ist, müssen Sie einmal gründlich in sich gehen und überlegen, ob eine psychische Ursache für die Auslösung Ihrer hartnäckigen Beschwerden in Betracht kommt. Bewusste oder unbewusste Ängste z.B. bzgl.des Arbeitsplatzes oder innerhalb der Familie führen sehr häufig zu hartnäckigen Beschwerden in der von Ihnen vorgetragenen Weise, ohne dass sich organische Ursachen finden lassen. Falls sich, wie so häufig, die Probleme nicht einfach aus der Welt schaffen lassen, helfen oft eine intensive sportlich-körperliche Betätigung, ein neues intensiv betriebenes Hobby oder Entspannungsverfahren wie die von mir immer wieder zitierte progressive Muskelrelaxation nach Jacobson.

Nach oben

Sehnenruptur in der Schulter

Frage:
Ich bin 58 Jahre alt und leide an starken Schmerzen in der rechten Schulter insbesondere nachts. Bei der Arbeit muss ich den rechten Arm mit dem linken hochheben um arbeiten zu können. Eine Kernspintomographie zeigte eine Teilruptur der Supraspinatussehne und eine Schleimbeutelentzündung.

Antwort:
Aufgrund natürlichen Sehnenverschleißes kommt es in Ihrer Altersgruppe nicht selten zu Einrissen oder auch kompletten Rissen verschiedener Sehnen im Schultergelenk. Häufig ist ein Trauma gar nicht erinnerlich, wenn doch, so kommt diesem lediglich die Bedeutung eines auslösenden Momentes zu. Auf dem Boden dieser mehr oder weniger ausgedehnten Sehnenrisse kommt es dann zu weiteren Veränderungen im Schultergelenk. Zu den schmerzhaftesten gehört die Schleimbeutelentzündung. Falls nicht eine komplette Ruptur vorliegt, wird in der Regel zunächst nicht-operativ die Entzündung z.B. mittels Tabletten oder Injektionen in den Schleimbeutel behandelt. Begleitend oder anschließend wird durch Krankengymnastik und Physiotherapie versucht, die gestörte Funktion wieder herzustellen. Bei ausgedehnteren Rissen oder auch bei erfolgloser konservativer Therapie gibt es die Möglichkeit die Sehnenmanschette zu reparieren und/oder den Sehnengleitraum zu erweitern um weiterer Sehnenabnutzung entgegenzuwirken.

Nach oben

Sitze im Reisemobil

Frage:
Beim Kauf eines Reisemobils, eines Motorhomes wird vieles beachtet, leider oft zu wenig auf den richtigen Sitz geachtet. Wie sollte der aussehen? Welche Rolle für das Wohlbefinden spielt der Bezug? Welcher Stoff ist ideal, soll oder darf es Leder oder Kunstleder sein?

Antwort:
Ein idealer Sitz hat nicht nur die üblichen Verstellmöglichkeiten von Lehnenneigung und „Sitz vor und zurück“ sondern darüber hinaus lässt sich die Sitzhöhe, die Sitzflächenneigung, die Sitztiefe, d.h. die Länge der Auflagenfläche für die Oberschenkel und die sog. Lordosestütze d.h. die Wölbung im Kreuz einstellen. Weiterhin wichtig ist ein ausreichender Wulst beidseits an Sitz- und Lehnenfläche zur Stabilisierung des Körpers in den Kurven. Gerade im Reisemobil ist der Bezugsstoff ganz wesentlich, da bei nicht ausreichender Belüftung es zu unangenehmen Hitzestau im Rücken und Sitzbereich bis hin zu Hautveränderungen durch den Schweiß kommen kann. Ob Stoff oder Leder bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen. Falls Sie sich für Leder entscheiden und ihr Wohnmobil auch im Winter bewegen, rate ich zu einer Sitzheizung. Kunstleder sollte unter allen Umständen vermieden werden, es ist zwar robust und pflegeleicht, für längeres Reisen jedoch ungeeignet.

Nach oben

Steife Finger

Frage:
Meine Frau hat folgende Beschwerden: Nachts sind ihre sämtlichen Finger starr, schmerzen sehr und lassen sich nicht mehr abbiegen (auch Schnappfinger). Seit einem Jahr kann ihr kein Arzt helfen. Was kann das sein?

Antwort:
Folgende Themenkreise gilt es zu klären. Liegen arthrotische, das heißt verschleißbedingte Veränderungen der Fingergelenke vor. Hier können warme Handbäder mit durchblutungsfördernden Badezusätzen hilfreich sein. Besteht eine Rheuma-Erkrankung? Untersuchung, Röntgen und Laborwerte sind zielführend. Der sog. Schnappfinger oder schnellende Finger wird hervorgerufen durch eine knötchenförmige Sehnenverdickung der Finger-Beugesehnen. Hier hilft eine örtliche Injektion oder eine kleine ambulante Operation. Weiterhin gilt es zu klären ob eine Einengung von Nerven im Bereich der Halswirbelsäule oder der Arme vorliegt und schlussendlich können auch verschiedene Stoffwechselstörungen zu den geäußerten Beschwerden führen.

Nach oben

Stressfraktur am Fuß

Frage:
Nach einer Operation am Mittelfuß April (Entfernung eines Überbeins) erfolgte am 1. Juli wegen dauernder Schmerzen und geschwollenem Fuß eine Revisionsoperation. Auch nach dieser Operation blieb der Fuß dauernd geschwollen. Danach betätigte ich mich regelmäßig mit Jogging, Wandern, Bergsteigen. Im Oktober war ich wegen anderer orthopädischer Probleme in Kur. Dort nahm ich an fast allen Bewegungstherapien teil und joggte zusätzlich täglich. In der letzten Woche bekam ich heftige Schmerzen im Grundgelenk des großen Zehens. Zu Hause wurde zuerst Gicht vermutet, dann mit Röntgenbild Arthrose. Alternativ ließ ich den Fuß dann anderweitig untersuchen. Mit Kernspin stellte man fest: Stressfraktur und Marködeme. Was ist das, für den Laien verständlich, und wie kann das behandelt werden?

Antwort:
Eine Stressfraktur oder Ermüdungsfraktur tritt in der Regel auf in Folge einer Überbelastung. Mögliche Ursachen: Zu viel Stehen, zu viel Sport, Fußdeformitäten wie Senkspreizfüsse, Hallux rigidus, etc. Therapiemöglichkeiten nach exakter Diagnosestellung und Ursachenforschung: Einlagenversorgung, evtl. orthopädische Schuhzurichtung, Vermeidung von Stoss- und Abrollbelastungen, z.B. Radfahren statt Joggen für 3-6 Monate. Manchmal Ruhigstellung im Gips oder Kunststoffstiefel. Calcium + Vitamin D.

Nach oben

Sudeck

Frage:
Seit 2 Jahren leider ich unter Morbus Sudeck am linken Handgelenk (nach einem Kapselriss). Nach eingehender Behandlung ist nur noch ca. 60% Beweglichkeit möglich. Seit einigen Tagen ist mein Handgelenk wieder stark angeschwollen und sehr schmerzhaft. Mein Arzt ist ratlos. Bitte um Ihre Hilfe.

Antwort:
Beim Morbus Sudeck sind auch in späten Stadien vorübergehende Entzündungserscheinungen möglich. Therapie: Kühle Umschläge z.B. mit essigsaurer Tonerde oder Quark, Schonung, Enzyme, entzündungshemmende Tabletten z.B. Ibuprofen, Lymphdrainagen.

Nach oben

Tauber Fuß

Frage:
Ich habe einen tauben Fuß, als wäre dieser eingeschlafen. Habe keine Schmerzen, aber Schwierigkeiten beim Gehen. Ich kann den Fuß nicht nach rechts drehen. Sportverletzung kann es nicht sein. Habe das Gefühl, dass es beim linken Fuß auch losgeht.

Antwort:
In Frage kommen unter anderem: Nervenentzündung z.B. im Rahmen einer Allgemeinerkrankung, Nervendruckläsion z.B. im Bereich des Wadenbeinköpfchens unterhalb des Knies oder auch ein Bandscheibenvorfall, der durchaus auch ohne Schmerzen von statten gehen kann. Auch Veränderungen im Gehirn wie Durchblutungsstörungen können sich so andeuten. Sie sollten die Sache nicht auf die leichte Schulter nehmen und einen Neurologen aufsuchen.

Nach oben

Tennisarm

Frage:
Durch viel Heben habe ich einen Tennisarm bekommen, mein Arzt will mich ambulant operieren. Er sagt aber, die Heilungschancen liegen nur bei ca. 80%. Warum? Wie erfolgt der Eingriff?

Antwort:
Beim sog. Tennisarm handelt es sich um eine Entzündung des sehnigen Ansatzes der Unterarmmuskulatur am Ellbogen. Ursachen sind häufig ein Anpralltrauma, eine Zerrung der Sehne oder wiederholte Mikroverletzungen der Sehne durch häufig wiederkehrende Krafteinwirkung z.B. bei Ballsportarten oder manuellen Tätigkeiten. In letzter Zeit immer öfter wird auch über den sog. mouse-arm bei häufiger Computerarbeit geklagt. Von der Halswirbelsäule ausgehende Nervenreizungen können ebenfalls Entzündungen am Ellbogen hervorrufen. Therapie: Schonung, aber keine Ruhigstellung. In der frühen Phase Kälte-, später Wärmeanwendungen. Querfriktionen. Elektrotherapie. Entzündungshemmende Medikamente, in der Regel als Spritze am entzündeten Bereich. Bei chronischen Beschwerden extrakorporale Stoßwellentherapie. Wenn alles nichts hilft, Operation. Hierbei werden die entzündeten Sehnenanteile etwas nach handwärts verschoben und damit entspannt, wodurch sie sich wieder regenerieren können. Erfolgsquote 80%, was in der Medizin keine schlechte Quote darstellt.

Nach oben

TrimmPfad

Frage:
Stimmt es, dass Übungen an Trimmpfaden gefährlich sind? Ist das der Grund, warum es keine neuen mehr gibt?

Antwort:
Für den Ungeübten sind die Trimmpfade in der Tat nicht ganz ungefährlich, da hier immer wieder gerne übertrieben wird. Wetterbedingt sind die Geräte auch manchmal rutschig, durch mutwillige Zerstörung ist oft auch die einwandfreie Funktion nicht mehr sichergestellt. Dazu kommt, dass es sich hierbei nicht um einen standardisierten Aufbau handelt, sondern dass verschiedene Trimmpfade von unterschiedlichen Erbauern unter unterschiedlichen Vorstellungen konstruiert wurden. Auch ist es nicht immer gelungen, Gerätschaftenzu konstruieren, die für alle Altersgruppen und Körpergrößen gut passten. Aus meiner Sicht würde ich die Trimm-Dich-Geräte links liegen lassen und die Strecke, welche abgemessen ist, zum Einlaufen benutzen. An dieses Einlaufen sollte sich ein Gymnastikprogramm mit Übungen zur Kräftigung der Rücken-, Bauch- und Gliedmaßenmuskulatur sowie leichten Dehnungsübungen anschließen. Dies geht ohne Geräte. Falls es auf dem Trimm-Dich-Pfad ein Reck gibt, würde ich mich daran hängen, einfach um den Körper etwas zu strecken.

Nach oben

Übungsprogramm

Frage:
Welche Übungen kann eine sechzigjährige Frau durchführen, um einigermaßen die Figur zu behalten?

Antwort:
Dem Muskelschwund kann man bis ins höchste Alter hinein durch Übungen erfolgreich entgegenwirken. Wichtig ist ein Ausdauertraining zur Stabilisierung der Herz-Kreislauffunktion und zur Fettverbrennung, zum Beispiel Standfahrrad, zügiges Gehen oder Nordic-Walking mindestens 20 Minuten 3 mal pro Woche. Weiterhin wichtig sind kräftigende Übungen, zum Beispiel sogenannte isometrische Übungen oder ein Hantel- bzw. Gummiband-Training 2 mal pro Woche. Stretching, also Dehnungsübungen, sollte man jeden Tag fünf bis zehn Minuten durchführen. Lassen Sie sich von einem Krankengymnasten ein Programm zusammenstellen, ganz individuell für Sie.

Nach oben

Vitaminbedarf

Frage:
Ich schlucke täglich 10-15 Vitaminpillen und nehme auch noch Vitamine in Form von Pulver ein, nach dem Motto: je mehr Vitamine, desto besser. Bin ich auf dem richtigen Weg?

Antwort:
Wenn sie sich vernünftig und vielseitig mit einer gesunden Mischkost ernähren, brauchen Sie in der Regel keine Vitamine oder Mineralstoffe zusätzlich einzunehmen. Aus Sicht des Orthopäden sollten Sie auf eine ausreichende Zufuhr folgender Vitamine und Mineralstoffe achten: Vitamin B durch Vollkornprodukte, Vitamin D durch Käse oder Quark, Vitamin C durch Zitrusfrüchte, Kiwi. Unabhängig davon müssen sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Das heißt über die normale Trinkmenge hinaus sollten Sie Flüssigkeitsverluste durch Schwitzen beim Sport zusätzlich ausgleichen, am besten mit Apfelschorle (ein Drittel Apfelsaft, zwei Drittel Wasser). Bei Wadenkrämpfen trotz ausreichender Zufuhr von Flüssigkeit und Mineralien kann Magnesium helfen.

Nach oben

Vorfußschmerzen

Frage:
Ich habe sehr starke Schmerzen beim Laufen, vor allem im Bereich der Fußsohlen. Es soll sich um eine Krankheit mit dem seltsamen Namen Metatarsalgie handeln.

Antwort:
Hierbei handelt es sich um Schmerzattacken im Vorfuß, die durch starke Überlastung entstehen. Neben Schmerzattacken kann es aber auch zu Missempfindungen bis hin zur Taubheit im Mittel- und Vorfußbereich kommen. Die häufigste Ursache ist ein abgesenktes Fußquergewölbe. Diese Abflachung führt zu einem Druck auf die Nerven an der Fußsohle. Eine langfristige und ursächliche Therapie besteht in der Versorgung mit Einlagen, welche das Fußgewölbe aufrichten bzw. unterstützen. Neuraltherapie, Akupunktur und Physiotherapie (also auch krankengymnastische Übungen) sind geeignet, Schmerzen zu lindern. Als erste Maßnahme empfehle ich kalte Fußbäder, Quarkwickel und kühlende Sportsalben. Manchmal ist eine so genannte orthopädische Schuhzurichtung notwendig.

Nach oben

Wirbelverschleiß

Frage:
Bei altersbedingtem Wirbelverschleiß – hilft da nur eine Operation, eine Versteifung oder gibt es noch eine dritte Therapie?

Antwort:
Unter altersbedingtem Wirbelverschleiß haben wir alle früher oder später zu leiden. Dies ist ein normaler Vorgang und ist im Wesentlichen auf zunehmenden Flüssigkeitsverlust von Knorpelgewebe nach dem 20. Lebensjahr zurückzuführen. Mit der Entwässerung der Bandscheiben nimmt die Körpergröße ab, Bandscheiben können sich in den Wirbelkanal vorwölben, auf Nerven drücken oder zu zusätzlichem Verschleiß an den kleinen Wirbelgelenken führen, so dass eine Verengung des Rückenmarkskanals eintreten kann. Bei völlig zerstörten Bandscheiben kann es sein, dass zwei Wirbel gegeneinander verrutschen, was ebenfalls Schmerzen bereiten kann. In aller Regel lassen sich verschleiß- oder instabilitätsbedingte Beschwerden durch ein medizinisches Muskelaufbautraining, z.B. MedX®, langfristig bessern. Viele Schmerzen können auch anhaltend durch Akupunktur, gezielte Wirbelsäuleninjektionen, Proliferationstherapie, Facetten-Denervation und andere nichtoperative Verfahren gebessert werden. Versteifende Operationen, Bandsscheibenersatzoperationen und ähnliches kommen nur ausnahmsweise zur Anwendung.

Nach oben